TERMIN 22./23. Oktober 2026
UMFANG 10 AE
ZEITSTRUKTUR
Donnerstag, 15.00-17.15 / 17.30-19.00 Uhr
Freitag, 8.30-10.00 / 10.15-12.30 Uhr (inkl. Mittagessen)
Die Komplexe PTBS, früher unter DESNOS geführt, ist seit 2019 im frozen release des ICD-11 zu finden (nicht im DSM 5 ...), eine fundamentale Neuerung und fachliche Notwendigkeit im Spektrum der Traumafolgestörungen und eine Forderung seit über 25 Jahren.
Im Workshop sollen ausgehend von einem Überblick über Traumafolgestörungen von akut zu komplex die Rolle und Bedeutung der K-PTBS zwischen akuten Belastungsstörungen und komplexen dissoziativen Störungen in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Ätiologie (Grundzüge traumatischen Stresses) eingeordnet und auch im Kontext historischer Entwicklungen verstehbar gemacht werden. Auch diagnostische Instrumente werden vorgestellt (SIDES bzw. IK-PTBS).
Die Unterschiede in Erscheinungsbild und in Haltung und Behandlung von klassischer PTBS und komplexer PTBS auf der einen Seite und der Haltung bei komplexer PTBS vs. Borderline-Persönlichkeitsstörung auf der anderen Seite werden skizziert und anhand von praktischen Beispielen erläutert.
Das mögliche und häufige Auftreten von Komorbiditäten im Kontext von komplexer PTBS und die Gründe dafür werden thematisiert.
Aus diesen Ausführungen ergeben sich Implikationen für die Behandlung. Somit werden einschlägige Behandlungsansätze besprochen.
Die Behandlung der K-PTBS folgt grundsätzlich den klassischen Schritten der Therapie von Psychotrauma-Folgestörungen, und hier entsteht häufig eine Diskussion um das Ausmaß von Stabilisierung vs. Konfrontation. Dies soll ebenfalls Gegenstand der Diskussion im Workshop sein. Dabei wird der Begriff Stabilisierung eingehend beleuchtet - "Stabilisierung ist mehr"-, und differenzierte Indikationen, die gerade in der Behandlung der K-PTBS essentiell sind, sind Thema - bei Interesse können verschiedene Übungen ausprobiert werden.
Neben der Rolle der Stabilisierung in der Behandlung der komplexen PTBS soll die essenzielle, notwendige Funktion und Wirkung der Psychoedukation fokussiert werden.
Im Workshop werden wir uns bei allen o. g. Aspekten Zeit für Praxisbeispiele nehmen, die Teilnehmer:innen können hier gerne auch Fragen einbringen.
Ärztinnen und Ärzte, Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Klinische Psychologinnen/Gesundheitspsychologinnen/Klinische Psychologen/Gesundheitspsychologen, Psychotherapeutinnen/ Psychotherapeuten, Fachärztinnen und Fachärzte
Überregional
Mag. Eva Münker-Kramer, Mag. Eva Münker-Kramer